Vielfaltssensibles Lernen an außerschulischen Lernorten

Außerschulische Lernorte können unter verschiedenen Gesichtspunkten in den Unterricht integriert werden und sind auch anhand verschiedener Theorien begründbar. Zentrale Begründungstheorien sind die bildungstheoretische, schultheoretische, fachdidaktische und sozialisationstheoretische Begründungstheorie. Vertreter*innen der bildungstheoretischen Theorie führen beispielsweise die Orientierung an der Lebenswelt der Schüler*innen durch den Besuch außerschulischer Lernorte an, sozialisationstheoretische eher nötige Kompensationen. So können durch den Besuch außerschulischer Lernorte vielfältige Eindrücke und Lernsituationen von Kindern erlebt werden, die diese Möglichkeiten nicht von ihren Eltern/Erziehungspersonen (Anmerkung: In Zeiten von vielfältigen Familienmodellen sind die Eltern nicht immer auch relevante Erziehungspersonen und umgekehrt) bekommen.

Aus meiner eigenen Schulzeit erinnere ich mich an einen Besuch des Erlebnismuseums PHAENO in Wolfsburg, das vielleicht mit dem Universum Bremen vergleichbar ist. Dort hatten wir eine Führung, die uns einzelne Experimente in besonderer Weise erklärte und nahebrachte, den Großteil der Zeit hingegen verbrachten wir mit der freien Erkundung des Museums.

Diese Kombination ist im Sinne verschiedener Erfahrungswelten der Kinder sicherlich sinnvoll. Kinder können auf einige Experimente hingewiesen werden, so besteht die gute Möglichkeit, kompensierend tätig zu werden und Kinder zu fördern, die aus sozio-kulturellen oder ökonomischen Gründen solche Experimente nicht erleben/durchführen konnten. Freie Erkundungsphasen hingegen werden verschiedenen Interessen, seien sie nun individuell, geschlechterbedingt gerecht. Auch verschiedene Lernstände können bei dem Besuch außerschulischer Lernorte inklusiv Beachtung finden, anstatt durch verschiedene Arbeitsblätter o.ä. im häufig vorzufindenden Schulunterricht.

Spannend wäre die Erforschung außerschulischer Lernorte im Fach Englisch in der Grundschule. Dort steht z.B. die Intercultural Communicative Competence (ICC) im Fokus. Daraus ergeben sich unter anderem folgende Fragen: Wo können vor Ort authentische interkulturelle Begegnungen (in englischer Sprache) an außerschulischen Lernorten gefunden werden? Wie reagieren Kinder, die mehr kulturelle Vielfalt in ihrem alltäglichen Umfeld erleben, diese Fahrten im Vergleich zu Kindern, die sich der Mehrheitskultur zugehörig fühlen und nur wenig sensibel für kulturelle Vielfalt und Unterschiede sind? Wie entwickelt sich das auch mit zunehmendem Alter und hängt die erfolgreiche interkulturelle Kommunikation von der Anzahl der bereits beherrschten Sprachen der Kinder ab?

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